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Das Iglu in der Haydnstraße ist ein Ort der Begegnung. Inzwischen selbstständig, vor über 40 Jahren von unserer Pfarre aus gegründet, stehen wir in gutem Kontakt miteinander.

Fotos, Logo © Iglu Jugendzentrum

Manuela Wolf, Leiterin des Jugendzentrums
Manuela Wolf, Leiterin des Jugendzentrums

Das Jugendzentrum Iglu feierte im Jahr 2017

40. Geburtstag. Herzliche Gratulation!

Wir haben Manuela Wolf, Leiterin des Iglu, zum Interview getroffen. Sie gibt uns ein paar Einblicke ins Jugendzentrum und zu ihrer täglichen Arbeit für junge Menschen hier in Salzburg.

Integration, Glaubensorientierung, Lebenshilfe, Unterhaltung - das sind eure vier Grundprinzipien. Gib uns einen kurzen Einblick in die vier Prinzipien des IGLU.

Manuela Wolf: Unsere Arbeit hier im Jugendzentrum liegt nun schon seit 40 Jahren in diesen vier Grundprinzipien begründet.

I, wie Integration war schon immer ein ganz wichtiger Bestandteil des IGLU. Als das IGLU in die Haydnstraße, hier ins Andräviertel umgezogen ist, lag der Anteil an Jugendlichen mit Migrationshintergrund schon bei 80%. Damals wie heute geht es um die Frage, wie man Zuwandererkinder integriert? Unsere Aufgabe ist es dabei, die unterschiedlichsten Nationalitäten und Kulturen auch mit Salzburger Kids zusammen zu bringen.

G, wie Glaubensorientierung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des IGLU, weil wir der Erzdiözese Salzburg bzw. der Katholischen Aktion angehören. Im offenen Betrieb des Jugendzentrums verstehen wir bei der Glaubensorientierung das Interreligiöse. Wir haben muslimische, katholische und hinduistische Kinder und Jugendliche hier. Wir versuchen, die großen Feste der einzelnen Religionen miteinander zu feiern, wir reden mit den Kindern darüber und sprechen über die verschiedenen Rituale.

Mit L, wie Lebenshilfe meinen wir, dass wir für die Kinder jederzeit mit Rat und Tat da sind. Wir Mitarbeiter im IGLU sind für sie Bezugspersonen geworden, die ihnen bei vielen Problemen einfach Antworten geben oder als Vermittler auftreten können.

Das U, wie Unterhaltung, das ist natürlich der Lieblingsbuchstabe der Kids, weil es bei uns viele kostenlose Angebote gibt, wie Billard, Tischfußball, Tischtennis, wir haben eine PlayStation und eine DJ-Anlage. Es gibt einen Musikraum, wo sie Musik aufnehmen können oder einen Tanzraum, da werden dann oft Breakdance-Workshops angeboten. Das gleicht einem gut ausgestatteten Wohnzimmer.

Welche Aktionen und Projekte werden bei euch so alles gestartet?

Manuela Wolf: Unsere Arbeit ist sehr vielfältig. Unsere Projekte reichen dann von Musikaufnahmen über Malen bis zu Holz-Workshops. Kochen und Backen ist bei uns ein ganz beliebter Programmpunkt. Wir orientieren uns an den Bedrüfnissen der Kids, sie dürfen das Programm gerne mitbestimmen, wir sind sehr froh, wenn sie engagiert sind und mitmachen.

Gibt's Fixpunkte im Monat?

Manuela Wolf: Ja, ein fixer Bestandteil ist bei uns am Dienstag mit 'Gesund&Fair Kochen'. Es gibt um 50 Cent ein vollwertiges Mittagessen, meistens mit Salat oder Brot. Das ist ein ziemlich einmaliges Angebot, weil man um 50 Cent normalerweise kein Mittagessen kriegt. Dieser Betrag steht vorrangig für die Wertschätzung des Essens. Ein weiterer Fixpunkt ist der 'Montalk', wo wir über Religion, Politik oder gesellschaftlich relevante Themen reden. Während der Flüchtlingswelle haben wir das Thema Krieg thematisiert, vor politischen Wahlen sprechen wir über Politik und Wählen ab 16.

Wie hat sich das IGLU im Laufe der Zeit entwickelt und wie siehst du es heute?

Manuela Wolf: Es hat sich im Laufe der Jahre auf alle Fälle räumlich verändert, es ist heute ein sehr heller und frischer Ort geworden, die Kinder sind mittlerweile jünger geworden, das heißt der Altersdurchschnitt liegt jetzt bei 13 Jahren, früher lag er bei 15 Jahren. Was sich merklich verändert hat, ist die Art der Kommunikation. Die Sozialen Medien und generell die Entwicklung des Internets nehmen einen großen Bereich im Leben der Jugendlichen ein. In der Kommunikation mit den Kids müssen wir Mitarbeiter selbst Facebook, Instagram oder Snapchat nutzen und darin sattelfest sein.

Zeigt ihr den Kids auch mögliche Problemfelder auf, die zum Beispiel mit Facebook einhergehen?

Manuela Wolf: Das ist natürlich auch ein Thema, ja. Wir sprechen über Datenschutz und was mit den Fotos vielleicht passiert, wenn sie sich gegenseitig fotografieren. Wir besprechen hier die möglichen Konsequenzen im Umgang damit. Soziale Medien sind sehr starke Diskussionsthemen im IGLU.

Ihr seid ein sehr engagiertes Team aus Sozialpädagogen, Erziehungswissenschaftler und Psychologen - was mögt ihr an eurer Arbeit besonders?

Manuela Wolf: Für mich persönlich ist das Spannendste die Abwechslung. Wir lernen hier so viele verschiedene Kinder kennen, ich kenne mittlerweile viele Jugendliche mit sehr starken Charakteren und ich mag es einfach, sie wachsen zu sehen. Die Kids kommen oftmals seit der ersten Klasse Mittelschule hierher und wir begleiten sie dann häufig bis zu ihrem Schulende, da sehen wir viele Entwicklungsschritte und wir als Wegbegleiter bauen natürlich auch eine Beziehung zu ihnen auf. Mit Höhen und Tiefen. Ich bin total stolz darauf, wenn sie über Jahre zu uns kommen und sie sich hier im IGLU sehr wohl fühlen. Das ist das Schönste.

Ihr habt euren Standort hier im Andräviertel und arbeitet auch innerhalb der Pfarre Andrä - wie sieht die Zusammenarbeit aus?

Manuela Wolf: Mit der Pfarre machen wir gemeinsam die Firmvorbereitung, bei der 'Langen Nacht der Kirchen' haben wir erneut 'Spray your Prayers' gestaltet, eine Graffiti-Aktion vor der Andräkirche, wo wir Gebete in kreativer Form dargestellt haben. Wir planen Projekte im Innenraum der Kirche, da sind viele Ideen in unseren Köpfen. Seitens der Pfarre wird uns viel Offenheit entgegengebracht. Wir freuen uns, dass wir Möglichkeiten kriegen, diese Räume zu nutzen.

Was wünscht du dir für das IGLU?

Manuela Wolf: Ich wünsche mir, dass noch viele, viele Jubiläumsfeiern auf das Haus zukommen, dass es so lebendig und gut besucht bleibt und weiterhin so geschätzt wird. Dass es für die Kinder weiterhin ein Ort der Geborgenheit bleibt und ihnen ein Wohnzimmer schenkt. Und ich wünsche mir, dass die Zusammenarbeit mit der Pfarre, der Erzdiözese, mit der Stadt und dem Land bestehen bleibt, weil es sehr wichtig ist für uns, diese Unterstützung zu haben, sonst könnnen wir hier im Jugendzentrum nicht so erfolgreich arbeiten.